1001 Ideen – mein Projektbuch und ich

Wir Scanner sind ja ständige Ideenproduzenten. Kaum haben wir uns mit einem Thema befasst oder einer Idee beschäftigt, kommt auch schon die nächste um die Ecke. Klar ist die Frage, was man eine Idee genau definiert: Geht es nur um große neue Sachen oder auch um kleine Ideen, die schnell umsetzbar sind und eher in Richtung “Ich habe eine Idee für den nächsten Ausflug” gehen? Bei mir ist es meist beides. Aber was macht man denn mit den ganzen Ideen?

Was ein Scanner immer mitnehmen sollte, ist ein Notizbuch oder das Smartphone, in das man eine aufkommende Idee eintragen kann. Denn zumindest mir geht es meist so, dass sich eine Idee schnell wieder verflüchtigt, wenn ich sie mir nicht sofort notiere. Mein Smartphone habe ich 90% des Tages immer bei mir (Smombie lässt grüßen), so dass ich jederzeit per Notiz eine neue Idee festhalten kann. Zusätzlich dazu nutze ich das Tool Trello, in dem ich auf einem Board Ideen für meine Selbstständigkeit sammle. In meiner Handtasche, die ich eigentlich auch fast immer dabei habe, habe ich aber auch noch ein (ganz old-school)analoges Notizbuch, in dem die eine oder andere Idee auch schon gelandet ist. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, habe ich noch ein Projektbuch, in das ich größere Projekte eintrage (klingt jetzt alles kompliziert und unübersichtlich, aber ich komme bestens damit klar, meine Ideen an unterschiedlichen Orten aufzubewahren).

Die Idee mit dem Projektbuch stammt aus Barbara Sher’s “Klassiker” in der Scanner-Literatur “Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will”. In diesem Buch beschreibt sie die typischen Probleme und Herausforderungen von Scannern, zu denen eben auch gehört “Ich habe so viele Ideen und weiß gar nicht, wohin damit”. Barbara Sher schlägt als Lösung vor, ein Notizbuch zu führen, in das alle (großen und kleinen) Ideen einfließen. In diesem Buch kann man diese Ideen dann ausarbeiten, wie man möchte (also zeichnen, Collagen anfertigen, Internetrecherchen machen und die Ergebnisse im Buch festhalten etc.). So hat man das Gefühl, die eigenen Ideen erhalten den Raum und die Aufmerksamkeit, die sie haben dürfen und man hadert nicht so sehr mit “So viele Ideen, so wenig Zeit!”.

Bei mir ist es so, dass ich nur die relativ großen Ideen in mein Projektbuch eintrage. Wenn ich dann Lust dazu habe, eine Idee auszuarbeiten, schnappe ich mir das Buch und meine Stifterolle mit 32 bunten Finelinern und illustriere meine Idee. Auf einer Doppelseite finden dann einzelne Bilder, aber auch Textfelder ihren Platz, in denen ich mein Projekt durchdenke und versuche, alle Aspekte dieses Projektes zu beleuchten.

 

Mein Projektbuch - ein tolles Hilfsmittel für Scannerpersönlichkeiten

In meinem Projektbuch finden alle meine großen Ideen ihren Platz.

 

Das Tolle daran ist (und das beschreibt Barbara Sher in ihrem Buch auch so), dass ich dadurch das Gefühl habe, meinen Ideen genug Raum zu geben, ohne gleichzeitig den Druck zu verspüren, sie auch alle umsetzen zu müssen. Ich habe für mich nämlich festgestellt, dass es mir manchmal vollkommen ausreicht, eine Idee von vorne bis hinten durchzudenken und sie dann erst einmal wieder ad acta zu legen. Sie belastet mich also nicht mehr in dem Sinne, dass ich das Gefühl habe “Ich muss das jetzt unbedingt umsetzen, aber ich weiß nicht, in welchem Leben ich das noch machen soll!”. Das ist wirklich sehr entspannend, beruhigend und entlastend und lässt Raum für…. neue Ideen 😉

Seit ich davon gelesen habe, bin ich von dem Konzept des Projektbuchs begeistert und arbeite regelmäßig damit. Ich habe es immer bei längeren Abwesenheiten (z.B. im Urlaub) dabei, um jederzeit eine Idee, die mich gerade (wieder) gepackt hat, auszuarbeiten. So sind schon ein paar tolle Illustrationen und Ausarbeitungen entstanden, über die ich mich immer wieder freue, wenn ich sie sehe.

Was ich mit all diesen Ideen mache? Nun ja, einige davon werde ich sicher umsetzen. Andere werden nur Ideen auf dem Papier (im wahrsten Sinne des Wortes) bleiben. Aber das ist ok, denn das Wichtigste für mich ist, dass ich meinen Ideen den entsprechenden Raum geben kann und damit das beruhigende Gefühl habe, ich bräuchte gar nicht so viele Leben, um all meine Ideen auch wirklich umzusetzen 🙂 Denn wenn sie nur auf dem Papier “leben”, reicht das eben manchmal schon vollkommen aus!

 

Ich wünsche dir eine bunte Zeit!
Claire

One thought on “1001 Ideen – mein Projektbuch und ich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*